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Bezug und Aufteilung von Kindergeld beim Wechselmodell


Obgleich das Kindergeld beiden Elternteilen zusteht, wird es grundsätzlich nur an einen von beiden gezahlt. Leben beide in häuslicher Gemeinschaft, ist das in der Regel unproblematisch. Probleme ergeben sich bei getrennt lebenden Eltern. Berechtigter zum Bezug des Kindergelds ist dann derjenige, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Im bloßen Umgangsmodell ist das damit der Elternteil, dem auch die höhere Betreuungslast zufällt.

1. Bezugsberechtigung für Kindergeld beim Wechselmodell

Beim paritätischen Wechselmodell hingegen, kann ein Betreuungsüberhang nicht festgestellt werden. Doch auch hier müssen Eltern gegenüber der Kindergeldkasse mitteilen, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll. Eine jeweils hälftige Zahlung scheidet auch hier aus.

Dr. Thomas Langner (Chemnitz), Fachanwalt für Familienrecht, zu: Kindergeld und Wechselmodell
Können sich Eltern nicht einigen, muss notfalls das Familiengericht entscheiden. Mangels näherer Bestimmungen in § 64 EstG ist das Familiengericht in seiner Entscheidung der Zuweisung frei und hat einzig eine Entscheidung nach pflichtgemäßem Ermessen zu treffen. Diese Entscheidung wird sich in der Regel zunächst daran orientieren, wer von beiden Elternteilen die größere Gewähr der zweckgebundenen Verwendung des Kindergelds bietet. Gilt das für beide Elternteile gleichermaßen, dürfte der Kontinuitätsgrundsatz greifen, wonach das Kindergeld beim bisher beziehenden Elternteil verbleibt.

2. Aufteilung des Kindergelds beim Wechselmodell

Generell ist die Aufteilung des Kindergelds im paritätischen Wechselmodell nach der Rechtsprechung kompliziert.

Die Hälfte des Kindergeldes entfällt auf die Deckung des Barbedarfs des Kindes. Insoweit folgt die Höhe des Kindergeldes der anteiligen Haftung der Eltern bemessen an ihren persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

Die andere Hälfte des Kindergeldes entfällt auf den Betreuungsunterhalt. Der Betreuungsunterhalt ist einkommensunabhängig. Deshalb steht jeweils ein Viertel des Kindergeldes beiden Elternteilen ohne jede Berechnung oder Quotelung zu.