e-Mail Telefon

Erbrecht - Wer erbt im Todesfall?


Das eigene Lebensende ist ein unbeliebtes Thema. Es ist nachvollziehbar, dass man sich damit nicht gerne auseinandersetzt. Und doch ist es ratsam, bereits frühzeitig zu regeln, wie das eigene Vermögen im Todesfall aufgeteilt werden soll. Denn nicht selten führt ein Erbfall zu großem Konfliktpotenzial unter den Erben.

Um möglichen Streitigkeiten zwischen den Erben vorzubeugen und den Familienfrieden auch künftig gewahrt zu wissen, ist es deshalb empfehlenswert, sich bereits frühzeitig mit den Grundlagen und den Möglichkeiten des Erbrechts auseinanderzusetzen. Das Erbrecht unterscheidet dabei zwischen der gewillkürten und der gesetzlichen Erbfolge.


Die gewillkürte Erbfolge

Unter der gewillkürten Erbfolge sind sämtliche Verfügungen von Todes wegen zu verstehen, die auf die Verteilung des Vermögens für den Todesfall oder auf konkrete Anweisungen an die Erben abzielen. Dabei allein an die Möglichkeiten eines Testaments, eines gemeinschaftlichen Ehegattentestaments oder eines Erbvertrags zu denken, greift zu knapp.

Vielmehr eröffnet das Gesetz noch andere Möglichkeiten, die je nach Interessenlage ebenso gestaltend eingesetzt werden können. Hinzuweisen ist insoweit z.B. auf die Möglichkeit der Anordnung von Vor- und Nacherbfolge, eines Vermächtnisses, einer Auflage, einer konkreten Erbauseinandersetzungsregelung oder der Testamentsvollstreckung. Von Interesse können überdies Testamente sein, die auf besondere Lebenssituationen zugeschnitten sind, wie ein Testament für Geschiedene bzw. eine Patchworksituation, ein Unternehmertestament oder das sog. Behindertentestament.

Unter Ausnutzung dieser Gestaltungsmöglichkeiten kann die Erbfolge weitestgehend willkürlich gewählt werden. Ausnahmen ergeben sich möglicherweise allenfalls dort, wo dem freien Testieren Hinderungsgründe entgegenstehen (Testierunfähigkeit, Bindung an eine frühere Verfügung von Todes wegen) oder Ansprüche pflichtteilberechtigter Personen zu berücksichtigen sind.


Gesetzliche Erbfolge

Wer keine letztwillige Verfügung von Todes wegen erstellt hat, dessen Vermögen wird natürlich dennoch vererbt. Für diesen Fall gilt die im Gesetz festgelegte gesetzliche Erbfolge. Danach erben neben dem überlebenden Ehepartner die Verwandten des Erblassers, je nach Nähe des Verwandtschaftsgrades. Verwandte näheren Grades schließen dabei Verwandte weiter entfernten Grades von der gesetzlichen Erbfolge aus.

Regeln Sie Ihre Vermögensnachfolge noch zu Lebzeiten selbst

Mit konkreten letztwilligen Verfügungen für den Todesfall ist es weitestgehend möglich, den Vermögensfluss ganz bewusst zu steuern. Existiert eine letztwillige Verfügung von Todes wegen hingegen nicht, kann das wegen der dann anzuwendenden gesetzlichen Erbfolge zu völlig unerwünschten Verteilungsergebnissen führen.

Nutzen Sie deshalb die vom Gesetzgeber eingeräumten Möglichkeiten zur weitestgehend frei wählbaren Vermögensnachfolge im Todesfall, da die gesetzliche Erbfolge wohl nur in wenigen Fällen genau den Wünschen des Erblassers entsprechen dürfte. Für eine hierzu erforderliche Beratung stehe ich gern zu Verfügung.